Spaced-Repetition-Planer: Wie viele Wiederholungen pro Tag?
Karteikarten-Systeme zeigen Karten in wachsenden Abständen. Der Planer simuliert, wie viele Wiederholungen dadurch täglich anfallen, wann die Spitze kommt und wie viel Zeit du einplanen solltest.
Wie die Simulation rechnet
- Jeden Lerntag kommen neue Karten hinzu, die nach dem ersten Intervall zum ersten Mal fällig werden.
- Eine fällige Karte zählt als Wiederholung. Mit der eingestellten Erfolgsquote rückt sie eine Stufe weiter, sonst beginnt sie am nächsten Tag von vorn.
- Nach der letzten Stufe gilt die Karte als gefestigt und wird im Zeitraum nicht mehr gezählt.
- Die Zeit pro Tag ergibt sich aus Wiederholungen mal Sekunden pro Karte plus 25 Sekunden je neuer Karte für das erste Lernen.
Die Simulation rechnet mit Erwartungswerten statt mit Zufall, deshalb sind auch Bruchteile von Karten möglich; angezeigt werden gerundete Werte. Reale Programme wie Anki passen die Abstände zusätzlich je Karte an, das Grundmuster ist aber dasselbe.
Leitner, SM-2 und warum Abstände wachsen
Das Karteikastensystem beschrieb Sebastian Leitner 1972 in seinem Buch „So lernt man lernen“: Richtig beantwortete Karten wandern ein Fach weiter und werden seltener wiederholt. Piotr Woźniak entwickelte ab 1987 mit dem SuperMemo-Algorithmus SM-2 eine rechnerische Variante, auf der viele heutige Apps aufbauen. Hinter beiden steht der Spacing-Effekt: Wiederholungen kurz vor dem Vergessen festigen Wissen besonders effizient.
Was das Ergebnis für deine Planung bedeutet
Die tägliche Last steigt, solange du neue Karten hinzufügst, und erreicht ihre Spitze meist kurz nach dem letzten Tag mit neuen Karten. Wer neue Karten pro Tag verdoppelt, verdoppelt auch die Wiederholungslast. Plane deshalb das Tempo so, dass du die Spitze auch an vollen Tagen schaffst. Hörst du auf, neue Karten hinzuzufügen, sinkt die Last schnell.
Häufige Fragen
Wie viele neue Karteikarten pro Tag sind sinnvoll?
Bei 15 neuen Karten pro Tag und dem Standardsystem entstehen nach einigen Wochen täglich deutlich über 50 Wiederholungen. Für die meisten Lernenden sind 10 bis 20 neue Karten ein gutes Maß.
Was passiert, wenn ich einen Tag auslasse?
Die fälligen Karten verschieben sich auf den nächsten Tag. Einzelne Pausen sind unproblematisch, längere Pausen führen zu einem Stau, den du abbauen solltest, bevor du neue Karten hinzufügst.
Welches Intervallsystem ist das beste?
Es gibt kein universell bestes. Kürzere Abstände sind sicherer, aber aufwendiger; längere sparen Zeit und funktionieren gut, wenn deine Erfolgsquote hoch ist.
Quellen und Stand
Daten zuletzt abgeglichen: 11.10.2026
Recherche und Pflege: Redaktion Fliessend.net. Wie wir Daten auswählen und Lernzeiten berechnen, steht unter Quellen und Methodik. Fehler gefunden? Schreib uns.