Interferenz
Kurz erklärt
Interferenz ist der Einfluss einer bereits beherrschten Sprache auf eine neu gelernte, sichtbar etwa an typischen Fehlern.
Wer eine Fremdsprache lernt, überträgt unbewusst Muster aus der Muttersprache oder aus anderen Fremdsprachen. Ist das Muster in beiden Sprachen gleich, hilft der Transfer; unterscheidet es sich, entstehen Fehler. Deutschsprachige setzen zum Beispiel im Englischen gern das Verb ans Satzende oder sagen „I become a coffee“, weil bekommen und become ähnlich klingen.
Besonders stark ist Interferenz zwischen eng verwandten Sprachen. Wer Spanisch kann und Portugiesisch lernt, erkennt vieles sofort, vermischt aber leicht Wörter und Endungen. Ein zeitlicher Abstand zwischen zwei verwandten Sprachen und das bewusste Sammeln von Unterschieden helfen.
Beispiel
Deutsch „Ich habe Hunger“ führt im Französischen zu korrektem „J'ai faim“, im Englischen aber zu falschem „I have hunger“.