Vergessenskurve
Kurz erklärt
Die Vergessenskurve beschreibt, wie schnell Gelerntes ohne Wiederholung verloren geht; sie geht auf Versuche von Hermann Ebbinghaus aus dem Jahr 1885 zurück.
Hermann Ebbinghaus lernte für seine Versuche sinnlose Silben und prüfte nach unterschiedlichen Zeitspannen, wie viel er davon noch wusste. Sein Ergebnis: Der größte Teil des Vergessens passiert kurz nach dem Lernen, danach flacht die Kurve ab. Spätere Studien haben das Grundmuster bestätigt, auch wenn die genauen Werte von Material und Person abhängen.
Für das Sprachenlernen folgt daraus, dass die erste Wiederholung früh kommen sollte, am besten schon am nächsten Tag. Jede erfolgreiche Wiederholung macht die Kurve flacher, sodass die Abstände wachsen können. Genau das nutzen Spaced-Repetition-Systeme.
Beispiel
Ohne Wiederholung ist ein neues Wort nach wenigen Tagen oft nur noch vage vertraut; nach drei Wiederholungen bleibt es Wochen präsent.